Der Begriff "Private Equity" wird heute als Oberbegriff verwendet, ursprünglich war unter Private Equity vor allem Kapital zu verstehen, das in bereits bestehende bzw. etablierte Unternehmen investiert wird. Heute wird zusätzlich unter Private Equity zumeist auch klassisches Risikokapital ("Venture Capital") verstanden, welches in neugegründete Unternehmen (teilweise auch Ideen) investiert wird.
Das Investment in die Unternehmen erfolgt nicht als Darlehen, sondern in Form einer Kapitalbeteiligung (sprich: in Anteilen am Unternehmen). Der Gewinn für den Fonds entsteht Jahre später durch einen Verkauf der Anteile; dies kann sowohl an der Börse als auch beispielsweise an andere Unternehmen oder das Management erfolgen.
Bei Venture Capital-Investments wird in junge Unternehmen investiert, die typischerweise im High-Tech-Segment tätig sind. Da auch bei sorgfältiger Auswahl der Investments eine Reihe dieser Start-ups nicht überleben wird, müssen diese Verlust durch wenige sehr erfolgreiche Veräußerungen kompensiert werden.
Bei bereits bestehenden Unternehmen wird das Kapital zu höchst unterschiedlichen Zwecken eingesetzt, z. B. Wachstumsfinanzierung, Internationalisierung, Restrukturierung oder sogenannte Management Buy-outs, also ein Aufkauf durch das bisherige Management. Nach erfolgreichem Abschluß der jeweiligen Phase strebt der Fonds einen schnellen Verkauf zur Realisierung von Gewinnen an.
Im Unterschied zu Schiffs- und Immobilienfonds ist vorher nicht bekannt, in welche Objekte (in diesem Fall Unternehmen) investiert wird; es handelt sich um sogenannte "Blind-Pools".
Da darüber hinaus nicht bekannt ist, zu welchen Zeitpunkten sich geeignete Investitions- und Veräußerungsmöglichkeiten bieten, kann die Laufzeit der Fonds zumeist nur abgeschätzt werden, wobei Werte zwischen 10 und 20 Jahren realistisch sind.
Private Equity-Fonds sind in der Lage, mittel- bis langfristig Renditen von 15 % bis 20 % zu erwirtschaften, allerdings sind aus den vorstehend genannten Gründen keine Prognosen über die jeweiligen Ausschüttungszeitpunkte möglich. Bei Fonds, die als vermögensverwaltend eingestuft sind, sind die erzielten Einnahmen steuerfrei.
Es ist außerdem möglich, in sogenannte Dachfonds zu investieren. Diese wiederum verteilen das Geld wiederum auf erfolgreiche Private Equitiy-Fonds und streuen somit das Risiko. Dafür nimmt der Anleger durch die mehrstufige Struktur höhere (teilweise "versteckte") Verwaltungsgebühren in Kauf.
Unter den seriösen Beteiligungskonzepten stellen Private Equity-Fonds die potentiell renditestärkste, aber auch riskanteste Form geschlossener Fonds dar. Sowohl aufgrund des Verlustrisikos als auch der nicht planbaren Ausschüttungen sollten nur kapitalkräftige Anleger diese Fonds zeichnen und sie lediglich als Beimischung in einem gut diversifizierten Portfolio betrachten.
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