Geschlossene Fonds - Lebensversicherungen

Der Fonds investiert in bereits bestehende Lebensversicherungen, die die bisherigen Versicherungsnehmer nicht fortführen möchten. Dabei bleibt die versicherte Person die gleiche wie bisher, lediglich der Versicherungsnehmer wird "ausgetauscht" - man spricht somit auch von "gebrauchten" Lebensversicherungen.


Für den bisherigen Versicherungsnehmer hat dies den Vorteil, daß er vom Käufer einen höheren Betrag erhält als den Rückkaufwert, den ihm die Versicherung bezahlt hätte. Der Käufer wiederum profitiert davon, daß der Kaufpreis zwar oberhalb des Rückkaufwertes liegt, aber immer noch (deutlich) unter dem tatsächlichen ("inneren") Wert der Versicherung.


Nach dem Erwerb der Versicherung bezahlt der Fonds die laufenden Prämienzahlungen bis zur Fälligkeit der Versicherung, anschließend vereinnahmt er die jeweilige Versicherungssumme. Der Gewinn besteht somit aus der Ablaufleistung abzüglich Kaufpreis und gezahlter Versicherungsprämien. Manche Fonds verkaufen die Versicherungen auch weiter und erwirtschaften auf diese Weise Gewinne.


Den Handel mit gebrauchten Lebensversicherungen gibt es (in Großbritannien) bereits seit mehr als 150 Jahren, allerdings wird dieser Handel erst seit ca. 20 Jahren professionell betrieben. Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen drei unterschiedlichen Lebensversicherungsarten, die alle in gebrauchter Form erworben werden können

  • Deutschland
  • Großbritannien
  • USA

In Deutschland und Großbritannien handelt es sich um kapitalbildende Lebensversicherungen, wobei britische Versicherungen mit einem deutlich höheren Aktienanteil investieren dürfen. Dies führt bei den üblichen Versicherungslaufzeiten zu normalerweise deutlich höheren Renditen. Der Fondsanleger setzt also auf eine möglichst erfolgreiche Anlage der Prämienzahlungen durch die Versicherungen.


In den USA hingegen dominieren Risikolebensversicherungen - mit der Besonderheit, daß die Versicherungsleistung im Todesfall auf jeden Fall fällig wird (im Unterschied zu Deutschland, wo Todesfall-Leistungen nur bis zum 65. Lebensjahr gezahlt werden). Da sowohl Kaufpreis als auch Ablaufleistung feststehen, steigt die Rendite des Anlegers, je früher (als statistisch zu erwarten) der Versicherungsnehmer verstirbt. Da hiervon jedoch sonst die Versicherungsgesellschaften profitieren, braucht der Investor keine moralischen Bedenken zu haben - darüber hinaus stellt für viele Menschen der Verkauf einer Lebensversicherung die einzige Möglichkeit dar, um an Geld zu kommen.


Der Policenverkauf ist in den USA staatlich reguliert und wird in Großbritannien durch unabhängige Marketmaker unter gesetzlicher Aufsicht durchgeführt. Dies stellt sicher, daß sowohl die Interessen der Verkäufer als auch der Käufer gewahrt werden.


Die typische Laufzeit für einen LV-Fonds liegt zwischen 10 und 20 Jahren. Aufgrund der Besonderheit, daß in eine Vielzahl von Policen investiert wird (und nicht nur in ein einziges wieder zu veräußerndes Objekt wie ein Schiff oder eine Immobilie) gibt es Anbieter, die bezüglich des Ausstiegszeitpunktes deutlich flexibler sein können als bei anderen Fondsarten.


LV-Fonds schütten zumeist zwischen 7 % und 12% aus, die Nachsteuerrendite hängt sowohl vom individuellen Steuersatz des Anlegers als auch dem jeweiligen Fondskonzept ab.


Aufgrund der starken Diversifizierung in viele einzelne Lebensversicherungen handelt es sich um vergleichsweise sichere Beteiligungskonzepte, bei denen zumindest mittlere Renditen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind.


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