Basiswissen - Vorteile / Nachteile

Der Anleger in einen geschlossenen Fonds beteiligt sich mit anderen Anlegern zusammen an einem oder mehreren Investitionsgegenständen. Dies erlaubt es ihm, auch ohne großen Betreuungs- oder Administrationsaufwand an renditestarken Investments zu partizipieren.


Die Planung, die Realisierung der Fondsprojekte und eventuell das Management während der Betriebsphase übernehmen darauf spezialisierte Manager für die Anleger. Das Investitionsvorhaben wird in einem Prospekt detailliert beschrieben und ist im nachhinein üblicherweise nicht mehr veränderbar. Der zugehörige Investitions- und Finanzierungsplan und damit das Investitionsvolumen stehen somit fest.


Zu Beginn des Investment leistet der Anleger üblicherweise einen Einmalbetrag, normalerweise mindestens Euro 10.000 (zuzüglich Ausgabeaufschlag von ca. 5%). Damit wird der Anleger Miteigentümer an den Gegenständen, in die investiert wird; er übernimmt somit also gleichzeitig ein unternehmerisches Risiko (daß in extremen Fällen bis zum Totalverlust reichen kann, auch wenn dies extrem unwahrscheinlich ist).


Andererseits partizipiert er auch in vollem Maße an den erwirtschafteten Ergebnissen; im allgemeinen werden (mindestens einmal) jährlich Beträge an den Investor ausgeschüttet. Am Ende der Laufzeit, die meist zwischen 5 und 20 Jahren beträgt, wird der Investitionsgegenstand zumeist veräußert, auch an hierbei erzielten Gewinnen oder Verlusten partizipiert der Investor in vollem Umfang.


Langfristigkeit des Investment
Aufgrund der langen Laufzeiten geschlossener Fonds sollte sich der Anleger nur mit dem Teil seines Vermögens beteiligen, auf das er auch entsprechend langfristig verzichten kann. In der Vergangenheit gab es keinen funktioniertenden Zweitmarkt für Anteile an geschlossenen Fonds (dies hing insbesondere mit den bisher verbreiteten "Steuersparmodellen" zusammen); erst langsam bilden sich Verkaufsplattformen für renditeorientierte Modelle. Eine Rücknahme durch den Fondsanbieter (sog. "Notverkauf") wird nur in Ausnahmefällen angeboten.


"Klassische" Investitionskriterien ergeben bei geschlossenen Fonds folgendes Bild:

  • Liquidität: gering - einmal investiertes Geld ist für einen (sehr) langen Zeitraum gebunden
  • Sicherheit: mittel bis hoch - nicht alle Fondsangebote sind für den Anleger tatsächlich transparent nachvollziehbar, außerdem gibt es teilweise sehr lange Prognosezeiträume
  • Rendite: mittel bis hoch - je nach Fonds können die langfristigen Renditen im Bereich von Aktieninvestments, teilweise noch darüber liegen; eine Garantie hierfür kann jedoch üblicherweise nicht gegeben werden


Weitere Vorteile und Besonderheiten geschlossener Fonds:

  • regelmäßige Ausschüttungen: im Unterschied zu ähnlich renditenstarken Aktieninvestments bieten geschlossene Fonds regelmäßige Ausschüttungen; dies kann zum Beispiel im Rahmen der eigenen Altersversorgung genutzt werden
  • Schenkungs- und Erbschaftsteuer: bei vielen geschlossenen Fonds können Vorteile bei Schenkungs- und Erbschaftsteuer in Anspruch genommen werden
  • Einkommensteuer: je nach Situation des Anlegers lassen sich steuerfreie oder steuerbegünstigte (z.B. durch Doppelbesteuerungsabkommen) Einkünfte erzielen
  • Diversifikation: durch die Unabhängigkeit von "klassischen Märkten" (z. B. Aktienpreisentwicklung, Anleihen/Renten, Immobilienpreisen) kann eine hohe Diversifikation und somit Risikoreduzierung erzielt werden


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