Basiswissen - Chancen / Risiko

Den Chancen, langfristige Renditen zwischen 6% und 12% zu erzielen, stehen auf der anderen Seite nicht unerhebliche Risiken gegenüber. Diese Risiken unterscheiden sich je nach Art des Fonds erheblich voneinander, deshalb soll an dieser Stelle nur auf einige allgemeingültige Risiken eingegangen werden.


Emittentenrisiko
Da es bisher keine staatliche Aufsicht für geschlossene Fonds gibt, kann grundsätzlich jeder solche Fonds auflegen. Ab 01.07.2005 muß das BaFin sämtliche Prospekte geschlossener Fonds vor dem Vertrieb genehmigen. Diese Kontrolle beschränkt sich allerdings auf die Vollständigkeit des Fondsprospektes und erlaubt somit keine Aussagen über die inhaltliche Korrektheit des Prospektes oder gar die Qualität des Fonds.


Die angesehenen Emissionshäuser konzipieren ihre Prospekte auf Basis der Regeln des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) und können entsprechende Prospektprüfungsberichte vorlegen.


Es ist deshalb zu empfehlen, sich intensiv über den Anbieter und seine bisherigen Produkte (z. B. anhand der Leistungsbilanz) zu informieren - allerdings kann auch dies nur ein Anhaltspunkt sein, da die Erfolge der Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft bieten. Neben dem Anbieter sollte auch das Management des eigentlichen Investititionsobjektes (z. B. das Immobilienmanagement) kritisch hinterfragt werden; auch diese sollte idealerweise über solide Branchenerfahrungen verfügen.


Fremdkapitalrisiko
Neben dem Eigenkapital, das dem Fonds von den Anlegern zur Verfügung gestellt wird, greifen viele Fonds zusätlich auch auf Fremdkapital (üblicherweise Bankdarlehen, teilweise auch in Fremdwährungen) zurück. Dies bietet zwar einerseits die Chance höherer Renditen für den Anleger (durch den sogenannte Hebeleffekt), andererseits steht nicht immer die Höhe der zu zahlenden Zinsen bereits für den gesamten Anlagezeitraum fest. Bei steigenden Zinsen kann dies zu einer geringeren Rendite (und somit Ausschüttungen) für den Anleger führen.


Währungsrisiken
Sowohl im Falle von Fremdkapital, das in einer anderen Währung als Euro aufgenommen wird als auch bei Investments außerhalb des Euro-Raumes entsteht für den Anleger ein Währungsrisiko. Dieses kann im Extremfall auch die Vorteile (z. B. von Doppelbesteuerungsabkommen) zunichte machen. Einige Fonds erlauben dem Anleger eine Währungsabsicherung. Anderseits stehen den Währungsrisiken natürlich auch entsprechende Chancen gegenüber, wenn sich die Wechselkurse für den Anleger günstig entwickeln.


Steuerliche Risiken
Inbesondere bei sog. Steuersparmodellen besteht das Risiko, daß das Modell später vom Finanzamt nicht anerkannt wird - dies kann dazu führen, daß noch Jahre später deutlich höhere Steuern für das Erwerbsjahr anfallen als zunächst geplant. Diesem Risiko kann in Einzelfällen begegnet werden, indem der Fondsanbieter entsprechende Bestätigungen des Betriebsstättenfinanzamtes vorlegt. Darüber hinaus empfiehlt es sich, umso mehr auf Renditeaspekte statt Steuersparvorteile bei der Investitionsentscheidung zu achten.


Insbesondere bei einer Investition in Auslandsimmobilien lassen sich Steuervorteile durch Doppelbesteuerungsabkommen erzielen (da die ausländischen Einkünfte dann zumeist nur noch dem Progressionsvorbehalt unterliegen). Aufgrund der Langfristigkeit der Anlage kann kein Emittent langfristig gewährleisten, daß nicht eventuelle Gesetzesgrundlagen geändert werden. Umso wichtiger ist es, auch hier auf die Renditestärke des Investment zu achten.


Gesellschaftsform/Haftung
Aus steuerlichen Gründen sind einige (wenige) Fonds als sogenannte GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) konzipiert. Dies hat zur Folge, daß die Höhe seines Verlustes nicht auf seine Einlage beschränkt ist (was üblicherweise bei geschlossenen Fonds der Fall). Statt dessen haftet der Anleger über die Einlage hinaus mit seinem gesamten Privatvermögen für eventuelle Verluste. Dieses Risiko ist zwar - je nach Anlageform - quasi ausgeschlossen, aber nur in Ausnahmefällen sollte der entsprechend aufgeklärte Anleger dieses Risiko überhaupt mittragen.


Transparenz- und Kostenrisiko
Das Lesen eines teilweise 100 Seiten umfassenden Emissionsprospektes stellt nicht für jeden Anleger ein Vergnügen dar. In vielen Fällen ist es ohne umfassende Branchenkenntnisse auch dem erfahrenen Anleger nicht immer möglich, plausible Kalkulationen von weniger seriösen zu unterscheiden. Dies wird von einigen Anbietern ausgenutzt, um insbesondere bei den sogenannten weichen Kosten den Anleger "über den Tisch zu ziehen".


Im Rahmen dieser Nebenkosten, die sich beispielsweise auf Vertrieb, Treuhandkonstruktionen, Steuerberatung und Fondsverwaltung beziehen, wirtschaften manche Anbieter in die eigene Tasche, präziser in diejenigen "verbundener Unternehmen".


Darüber hinaus ist auch die Darstellung des Fondskonzeptes nicht immer objektiv. In einem guten Prospekt wird umfangreich auf die Risiken der jeweiligen Anlageform eingegangen; die Abweichung einzelner Faktoren von den getroffenen Annahmen und ihre Auswirkung auf das Ergebnis ("Szenario-Darstellung") sollte ebenfalls nicht fehlen.


Letztendlich hängt die Transparenz für den Anleger natürlich auch von seiner eigenen Kompetenz ab. Nicht jedem ist der Unterschied zwischen Ausschüttung und Rendite unmittelbar ersichtlich, und bei der Ermittlung der Rendite gibt es auch höchst unterschiedliche Verfahren. Idealerweise sollte die Renditeberechnung auf Basis des IRR-Verfahrens erfolgen.


Kooperationspartner

  • Wir sind im ganzen Bundesgebiet tätig.
    Sind Sie auch an
     Zusammenarbeit
    mit uns interessiert ?